Stevinho Gametest

27.07
2009

Review: Star Wars – The Force Unleashed

Als ich letzte Woche beim Spielehändler meines Vertrauens vorbeischaut, um mich mit einer neuen Befriedigung meiner Sucht einzudecken, fiel mein Blick auf die Spielepackung, die mir anhand von einem roten Punkt sagte: Dieses Spiel ist heruntergesetzt. Da ich, seit mir mein Vater die Episoden IV-VI gezeigt hat, ein Star Wars Fan bin, konnte ich nicht widerstehen und habe mir The Force Unleashed für die XBox 360 gekauft.

Galen, ich habe deinen Vater getötet.

Die Story des Spiels setzt zwischen der alten und der neuen Filmtrilogie an und klärt einige offene Fragen, so erfährt man mehr über das Verhältnis zwischen Darth Vader und Darth Sidious und bekommt aus erster Hand mit, wie es zur Rebellion in Episode IV kommt.

Man selber spielt den geheimen Lehrling von Darth Vader, Galen Marek. Galen wird von Vader bei einem Angriff auf Kashyyk (der Heimatwelt der Wookies) entdeckt, nachdem dieser Galens Vater tötet. Der Angriff auf Kashyyk ist zugleich der Prolog des Spiels. Man übernimmt die Rolle des quasi unzerstörbaren Darth Vader und metzelt sich durch Horden von Wookies mithilfe des Lichtschwerters und voll ausgebauter Machtkräfte.

Nachdem man Galens Vater in einem hübsch inszenierten Duell eins mit der Macht wird, nimmt Vader Galen bei sich als Lehrling auf, um später mit ihm gemeinsam den Imperator Darth Sidious zu stürzen. Damit Galen stark genug wird, wird er, gemeinsam mit einem Droiden, der darauf programmiert ist ihn zu töten, und einer hübschen Pilotin, auf verschiedene Planeten geschickt, um alte Jedi-Meister zu finden und zu töten.

Die Macht ist mit ihm

Die erste richtige Mission spielt auf einer Raumstation des Imperiums. Galen bekommt den Auftrag den Jedi Rahm Kota zu eliminieren. Zwischen den beiden sind allerdings Dutzende imperiale Sturmtruppen, die Galen ebenfalls töten muss um nicht von Darth Sidious erledigt zu werden, und die Miliz von Kota.

Um zu den ersten Gegnern zu kommen, sprengt man die erste Türe mit einem Macht-Stoss auf und schleudert einige wehrlose Druiden durch die Gegend. Wie der Name schon sagt, entfesselt man die Macht. Und die ist schon auf der ersten Stufe extrem… mächtig. Man schnappt sich einen der an der Decke hängenden Tie-Fightern und schleudert ihn auf ein halbes Dutzend imperiale die unten stehen. Danach stürzt man sich selber in die Menge, spurtet auf den ersten Gegner zu und schlägt mittels X-Taste zu, was den Stormtrooper in hohem Bogen davonfliegen lässt. Noch währenddessen schnappt man sich seinen danebenstehen Kollegen mittels Macht-Griff und schleudert ihn gegen einen dritten. Sehr effektvoll das ganze und es geht auch alles leicht von Hand.

Noch viel lernen du musst, junger Sith

Je effektvoller und komplizierter man seine Gegner töten, umso mehr Machtpunkte (=Erfahrungspunkte) bekommt man. Sobald man eine gewisse Anzahl an Punkten zusammen hat, steigt man im Level auf und bekommt in den drei Kategorien Machtkräfte, Kombos und allgemeine Verbesserungen, jeweils einen Punkt.

In der Kategorie Machtkräfte verbessert man seine, wie könnte es anders sein, Machtkräfte. So kann man mehrere Gegner oder Gegenstände auf einmal greifen oder seinen Machtstoss aufladen. Ausserdem bekommt man am Anfang fast jedes Levels eine neue Fähigkeit dazu und so gesellen sich neben den anfänglichen Fähigkeiten Macht-Griff und Macht-Stoss später noch Fähigkeiten hinzu wie der Macht-Blitz, der Lichtschwertwurf und noch weitere. Alle lassen sich in 3 Stufen ausbauen und haben durchaus ihren Nutzen gegen verschiedene Gegner.

Bei den Kombos kann man sich neue Kombos kaufen, die immer komplizierter (aber nie zu kompliziert) und mächtiger werden. Die letzte Kategorie sind die allgemeinen Verbesserungen, die zum Beispiel den Schaden mit dem Lichtschwert, die Lebenspunkte oder die Anzahl der Lebenspunkte die man von besiegten Gegnern bekommt erhöhen.

Levelaufbau

Die Levels sind streng linear aufgebaut. Es gibt immer nur einen Weg zum Ziel und der ist meistens immer sofort ersichtlich. Rätsel beschränken sich auf, zwar visuell beeindruckende aber ansonsten sehr simple Macht Rätsel. Objekte die mithilfe der Macht manipuliert werden können werden blau eingefärbt und man muss dann herausfinden welche Fähigkeit man dann benutzen soll. Die komplizierteren Rätsel sind allesamt optional und werden benötigt um an Jedi-Holocrons zu kommen. Jedi Holocrons sind versteckte Quader in den Leveln, die entweder Machtpunkte, einen Punkt in einer der drei Kategorien, neue Lichtschwert Kristalle (verändern Farbe des Lichtschwertes und verbessern die Statistik) oder neue Kostüme beinhalten. Diese Holocrons sind zum Teil sehr gut versteckt und ich hab bei meinem ersten Durchlauf nur etwa 2/3 aller Holocrons entdeckt, obwohl ich mir durchaus Zeit gelassen habe um sie zu suchen.

Freies Speichern ist Konsolenüblich nicht möglich, allerdings sind die Speicherpunkte sehr fair verteilt und bis auf einige wenige Ausnahmen (von denen der Grossteil leider auf den letzten Level fällt) kommt nie Frust auf.

Die Kämpfe – das Highlight des Spiels!

Wie eingangs beschrieben sieht alles sehr schön aus, es macht wirklich Spass sich durch die Gegner zu schnetzeln und die Steuerung geht gut von Hand. Allerdings gibt es auch einige Mankos die man nicht ignorieren kann. Die Zielerfassung funktioniert zwar meistens einwandfrei, es gibt jedoch Probleme sobald mehrere Gegner dicht beieinander oder übereinander stehen. Es ist ab und zu passiert dass ich gestorben bin weil ich statt dem Sniper über mir den am Boden liegenden Sturmtruppler gegriffen habe und dann wieder von vorne anfangen durfte. Auch ist die Lock-On Funktionen nicht wirklich praktikabel, da man sie gedrückt halten muss, was einige der schwereren Kombos praktisch verunmöglicht.

Stichwort Kombos:

Hier ist auch ein Kritikpunkt anzubringen, denn die Abwechslung ist nicht wirklich gegeben. meistens benutzt man dieselben, einfacheren Kombos, da die mächtigeren schlicht zuviel Zeit benötigen und man währenddessen den Angriffen anderer Gegner fast hilflos ausgeliefert ist. So beschränkt man sich bei mehreren Gegner fast immer darauf sie erst mal aus der Entfernung per Machtgriff durchzuwirbeln, oder sie in Blitzbomben zu verwandeln. Sobald der Erste da ist stürmt man ihn an, versetzt ihm ein paar schnelle Lichtschwert Hiebe und wendet sich dem Nächsten zu. Der letzte noch stehende Gegner wird dann mit einer aufwändigen Kombo zuerst mit dem Lichtschwert traktiert, dann in die Luft geschleudert, noch mal ein paar Mal mit dem Lichtschwer verprügelt und dann schickt man ihn wieder auf den Boden zurück. Das macht durchaus das ganze Spiel über Spass, da man später auch auf Gegner trifft die geschicktes Ausweichen benötigen oder Immun gegen bestimmte Machtkräfte sind. Außerdem trifft man im Verlaufe des Spiels immer wieder auf grössere Gegner, wie AT-STs oder Rancore, die man, nachdem man ihnen einen gewissen Prozentsatz abgezogen hat, per Quicktime-Event wirklich wunderschön animiert zerlegen darf.

Neben solchen grösseren Gegnern, gibt es auch noch Endbosse, die am Ende jedes Levels warten. Meist sind das Jedi, aber man bekämpft auch andere grössere Viecher.
Die Bosskämpfe sind allesamt gut in Szene gesetzt. Die ansonsten etwas störrische Kamera hat jetzt einen festen Winkel und zoomt nur ab und zu ins Geschehen hinein um besondere Augeblicke festzuhalten. Jeder Boss benötigt eine spezielle Taktik, die nicht immer sofort ersichtlich ist aber nie unfair ist. Sobald man diese Taktik allerdings herausgefunden hat, wird der Kampf eintönig, da man dann (zum Teil bis zu zwanzig Minuten lang) einfach die Kombo wiederholt bis der Kampf in die nächste Phase (die meisten Kämpfe bestehen aus mehreren Phasen) übergeht. Am Schluss ist dann wieder ein Quicktime-Event nötig, bei dem Galen noch mal zeigen kann was er alles bei seinem Meister gelernt hat.

Technik

Der Sound ist Star Wars typisch einfach bombastisch. John Williams Soundtrack weckt nostalgische Erinnerungen. Lichtschwerter und Laserstrahlen zischen einem förmlich um die Ohren und die (Englischen) Akteure sind hochprofessionell.

Die Grafik ist ebenfalls ein wahrer Blickfang. Es blitz und leichtet immer irgendwas. Die Level sind sehr schön aufgebaut und sind ebenfalls Star Wars typisch zum Teil sehr exotisch. Allerdings wiederholen sich ab etwa der Hälfte des Spiels die Designs, was sehr schade ist. Der visuelle und atmosphärische Höhepunkt ist eine Szene in der man als Galen einen Sternenzerstörer auf einen Planeten lenken muss, was man in einem (hakeligen) Minispiel macht. Dieser und vor allem die Quicktime Momente lassen einem einfach den Mund offen stehen.

Ausserdem benutzt TFU eine spezielle Technik um einzelne Teilchen zu simulieren, so lassen sich Türen und Säulen physikalisch Korrekt öffnen und umwerfen. Die Gegner und Gegenstände fliegen dank Havok ebenfalls physikalisch korrekt durch die Gegen und dank der Euphoria Engine versuchen sich die Gegner sogar an Sachen festzukrallen wenn man sie in die Luft hebt. Allerdings gibt es auch einige kleiner Lücken. So ist es zwar möglich Tie-Fighter oder gar ganze Sternenzerstörer zu beeinflussen, ein popeliger drei Meter grosser Droide widersetzt sich aber jeglichem Versuch zu Fliegen.

Umfang

Ich habe das spiel in knapp 10 Stunden auf dem schwersten von Anfang an verfügbaren Schwierigkeitsgrad durchgespielt. In diesen 10 Stunden wird man allerdings sehr gut unterhalten. Der Wiederspielwert ist trotz einem alternativen Ende und versteckten Jedi Holocrons eher gering, da man schon nach dem ersten Durchspielen alles gesehen hat.

Fazit

Star Wars: The Force Unleashed ist ein sehr gutes Spiel, das grossartig hätte sein können. Die Kämpfe sind ausgezeichnet inszeniert, allerdings sorgen die, in Innenarealen störrische, Kamera und die ungenaue Zielerfassungen für Frustmomente. Die Rätsel sind allesamt logisch und hübsch anzusehen, aber viel zu simpel. Da wäre mehr drin gewesen. Bei der Grafik und vor allem dem Sound kann man sich nicht beschweren, beides ist auf Top Niveau und schmeichelt Augen und Ohren. Auch die Story ist wunderbar verpackt, auch wenn sie durchaus ihre Portion Melodramatik abbekommt.
Der grösste Kritikpunkt ist der Umfang. 10 Stunden sind sehr wenig für einen Vollpreistitel, vor allem da der Wiederspielwert relativ gering ist. Wer das Spiel aber zu einem Budgetpreis findet, was gar nicht mehr so selten sein dürfte da es schon ein gutes Jahr alt ist, wird in diesen 10 Stunden trotz der Macken sehr gut unterhalten.

Wertung:

Sound: 10/10 // John Williams, und eine exzellente Soundkulisse machen es zu einem wahren Fest für die Ohren

Technik: 8/10 // Grafik ist grossartig und auch die Physik ist toll, allerdings ist die Physik zum Teil Logikbefreit und es gibt Probleme mit gewissen Gegenständen.

Atmosphäre: 10/10 // Klärt einige Fragen zwischen den beiden Trilogien auf, erzählt eine dichte Geschichte, Machtkräfte sind trotz allem cool.

Bedienung/Komfort: 6/10 // Kämpfe steuern sich gut, Sprungsequenzen hackelig, Kamera in Innenbereichen störrisch, Zielerfassung ist zum Teil miserabel.

Umfang: 5/10 // Alternativ Endsequenz, freispielbare Boni, 10 Stunden sind zuwenig, Widerspielwert gering.

39/50 Punkten = 78% Spielspass

Verfasst von Zao

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6 Kommentare

Tristanx
schrieb am 28. Juli 2009 um 01:01 Uhr Gravatar von Tristanx

Schließe mich Grobi an.

Have Fun!

 
Nhomizz
schrieb am 28. Juli 2009 um 00:39 Uhr Gravatar von Nhomizz

Hey, vielen dank!
Ein spiel das ich mir schon lange mal genauer ansehen wollte, hast mir bei der Entscheidung echt geholfen.

Zao
schrieb am 28. Juli 2009 um 14:14 Uhr Gravatar von Zao

Freut mich :) Dann hat das Review ja seinen Zweck erfülllt!

 
 
sebi
schrieb am 27. Juli 2009 um 23:42 Uhr Gravatar von sebi

Ich habs auch aber nur für die Wii ist schon geil das mit der Macht^^

 
Pechbaer
schrieb am 27. Juli 2009 um 21:25 Uhr Gravatar von Pechbaer

Ja eindeutig gut geschrieben, hoffe du bewertest noch mehr spiele so gut wie dieses.

das es 10 stunden sind, ja das fand ich auch doof aber einfach die Geschichte zu erfahren wie es zwischen 3 und 4 ist war super und das mit dem Rebellenzeichen ja das fand ich auch ziemlich gut.

wobei der geilste moment für mich noch immer der vorm letzten level ist. Wo er rückwärts ausm raumschiff fällt und dann unten in so einer verdammt geilen Pose aufkommt *~*

PS: endlich mal ein Laserschwertkämpfer, der das schwert nach hinten hält

 
Grobi
schrieb am 27. Juli 2009 um 20:05 Uhr Gravatar von Grobi

Klasse Review. Schön struktoriert und alles gut begründet. Weiter so!

 
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