„Männer! Wir werden nicht aufgeben und uns zurückziehen! Unser General hat uns befohlen bis zum Schluss zu kämpfen und das tun wir auch!“ Ja, dies habe wir tatsächlich getan, denn die Verstärkung ist unterwegs und wird (hoffen wir) rechtzeitig eintreffen, dank Geschwindigkeitsbonus. Nebenbei verwirren wir unseren Gegner mit Holz-Panzern (sogenannte Dummy) auf der anderen Flanke. Wenig später haben wir seinen Flughafen eingenommen und sind dabei seine Basis komplett zu zerstören – wir sind schon ein toller General.
So ungefähr könnte eine Szene in Ubisofts kommenden Strategiespiel R.U.S.E. aussehen, denn hier sind wir der General auf einer taktischen Karte und geben Befehle. Zwar ist das Spiel erneut im zweiten Weltkrieg angesiedelt, geht aber ein paar andere Wege. Wir hatten die Möglichkeit in die Multiplayer-Beta des Strategietitels hineinzuschauen und schildern euch nun unsere Einschätzung.
Basisbau? Kennen wir!
Sobald ein Match startet erkennen wir erstmal ein übersichtliches Interface. Die wichtigsten Sachen befinden sich oben in einer Taskleiste, wobei wir die verschiedenen Unterpunkte einfach mit Hotkeys aufrufen können, was sehr praktisch ist. In R.U.S.E. gibt es verschiedene Gebäude, wenn auch nicht wahnsinnig viele, aber die kosten Geld, also: Wie kommen wir an Geld? Wir müssen Nachschub-Depots erobern, wo dann kleine LKWs (zumindest aus unserer Zoomstufe klein) losfahren und zu unserem Hauptbunker zurückfahren und Geld abliefern. Die Depots liegen zwar recht nah an unserem Hauptbunker dran, aber wir müssen die Versorgungslinien dennoch schützen, denn die Depots können sehr schnell vom Gegner übernommen werden. Kasernen, Flughäfen und ähnliche Bauten können wir überall bauen, solange sie an einer Straße liegen. Natürlich heißt das nicht, dass Ihr sie weit weg von eurer Basis bauen sollt, sondern möglichst nah.
Sobald wir eine Kaserne haben bilden wir ein paar „normale“ Soldaten aus (mithilfe der eben schon angesprochenen Taskleiste) und wählen den Zielort auf unserer Karte aus, wo die Soldaten dann hinlaufen. Dies ist auch sehr praktisch, da wir dadurch sofort unsere Gegner zur Front schicken können, ohne unnötig zur Basis zurückscrollen müssen.
ANGRIFF!
Die Einheiten in R.U.S.E. sind die üblichen Weltkriegseinheiten. Infanterie, leichte Panzer, größere Panzer, Flak und und und… Klar ist auch, dass größere Panzer leichte Panzer auseinandernehmen und eine Flak sehr gut Flugzeuge abschießen kann. Um unseren Gegner zu besiegen benötigen wir möglichst viele, am besten alle, Waffengattungen, da wir ansonsten nicht wirklich viel unternehmen können. Wir könnten zwar mit unseren Panzern und unserer Infanterie voranstürmen, aber unser Gegner kann in den Moment seine Bomber losschicken und unsere Basis zerbomben, weil wir die Flak oder andere Anti-Luft-Waffen vergessen haben – blöd! Übrigens können Infaterie und leichte Panzer in Wälder verstecken, so dass wir dort Hinterhalte aufbauen können.
Sobald unsere Armee vollständig ist, dies sollte im Multiplayer möglichst schnell gehen, können wir Angreifen und ab diesen Moment greift die Besonderheit von R.U.S.E.. Die Besonderheit heißt passenderweise „Ruse“, also auf Deutsch „Kriegslisten“ und helfen uns im Kampf. Mithilfe dieser Ruse beeinflussen wir die Schlacht, indem wir unseren Soldaten befehlen nicht zu fliegen (Fanatismus) oder lassen Dummy-Panzer los, um unseren Gegner abzulenken. Natürlich dürfen wir die Ruses nicht andauernd einsetzen, sondern nur alle 105 Sekunden, allerdings können wir mehrere Ruses auch sammeln, um diese dann nacheinander einzusetzen. Mit „Funkstille“ verstecken wir unsere Gebäude vor den Gegner und setzen dann „Spion“ ein, um die Gebäude und Einheiten unseres Gegners aufzudecken, um ihn dann in die Flanke zu fallen.
Grafisch: nett
Auch Strategiespiele brauchen eine Grafik und genau deshalb besitzt R.U.S.E eine. Die eigentlich nette Grafik erkennt man aber fast nur dann, wenn wir nah heran zoomen. Ansonsten sehen wir nur minimale Details, da wir auf einer taktischen Karte das Spiel ausfechten. Schwenken wir mit der Maus nach Links oder Rechts sehen wir auch das Kartenende und Schemen einzelner Leute, die um uns herum irgendetwas anderes tun und uns, als General, die Kämpfe befehligen lassen. Diese Leute dienen jedoch nur als Statisten und sind völlig unwichtig. Wenn wir auf der taktischen Karte ganz nah heranzoomen erkennen wir zudem einzelne Soldaten und Panzer, verlieren aber den Überblick über das Gefecht.
Nettes Gimmick am Rande: Wählen wir einen unserer Trupps aus und zielen auf einen anderen Gegner taucht eine Lupe auf, die ein wenig heranzoomt an den gegnerischen Trupp und zudem anzeigt, ob wir eine Chance haben gegen den Gegner und wie groß die ist.
Fazit:
R.U.S.E. ist durchdacht und macht bisher einen ganz guten Eindruck, ist aber noch an einigen Stellen verbesserungswürdig. Das Schere-Stein-Papier-Prinzip und die Ruses sorgen für viel taktische Vielfalt, allerdings werden sie kaum genutzt. Unsere Gegner im Multiplayer-Match führten einen schnellen Angriff durch und wir waren am Ende bzw. extrem geschwächt, so dass wir nichts mehr machen konnten.
Wer natürlich schnell genug ist und eine stabile Defensive aufbaut hat zudem größere Chancen das Match zu gewinnen, weil der Gegner nicht weit genug vorstoßen kann. Durch die vielen zerstörten Einheiten gewinnen wir viele Siegpunkte und da ein Match nach 30 Minuten endet haben wir viele Siegpunkte gesammelt und haben gewonnen.
Allerdings ist R.U.S.E. kein schlechtes Spiel, sondern kann zu einem richtig guten Spiel werden, solange Ubisoft die Kritik wahr nimmt und Verbesserung gewährt. Das Spiel macht Spaß, aber wenn die Matches nach spätestens 5 Minuten enden, weil der Gegner einen „Rush“ durchführt, endet das schnell in Langeweile.
This post was submitted by Razyl.

Naja, ich war eines der armen Schweine bei denen mehr Ubisoft keys als beta-keys da waren…naja, dann muss mann halt auf die Vollversion warten…;)
Netter Bericht, ein paar Bilder hätten ihn aber wesentlich verbessert
btw: warum in der 1.P. pl?
Außerdem bin ich etwas verwirrt… berichtest du nun über das Spiel an sich oder nur über den Multiplayermodus?
Die Beta war rein auf dem Multiplayer-Modus ausgelegt. Der Artikel berichtet über die Grundlegenden Sachen und die Features — die Multiplayer-Matches liefen meist nach einem gleichen Schema ab, wie man sie auch aus anderen Multiplayer-Titeln kennt…
Ah, ok, dann schau ichs mir selbst au ma an