Zwischen dem Publisher Activision/Blizzard und dem Entwickler Infinity Ward knallt es weiterhin mächtig. Nach dem es im März dazu kam, dass die beiden Chefs des Entwicklungsstudios, Vince Zampella und Jason West, entlassen wurden, kam es danach zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem Entwicklern des Studios, woraufhin auch einige Mitarbeiter Infinity Ward verlassen haben. Viele davon sind beim neuen Studio Respawn Entertainment, welches von den beiden Ex-Chefs gegründet wurde, gelandet. Allerdings war es damit noch nicht zu ende: West und Zampella verklagten Activision/Blizzard auf fehlende Beteiligung am Gewinn von Modern Warfare 2. Daraufhin folgte die Gegenklage von Activision/Blizzard, welche den Ex-Chefs Vertragsbruch und heimliche Gründung eines neuen Studios vorwarf.
Der erste Prozesstermin wurde nun festgelegt: 23. März 2011. Im August 2011 wird dann noch einmal verhandelt, ob auch die Klagen der anderen Ex-Infinity-Ward-Mitarbeiter mit in diese Verhandlung mit einbezogen werden soll.
Viel heftiger dagegen sind die Details aus der Klageschrift, die mittlerweile auch aufgetaucht sind. Infinity Ward und ehemalige Angestellte werfen Activision Verhöre, Erpressung und sogar polizei-staatliche Methoden vor. So habe Activision/Blizzard nur 40% der festgelegten Boni für den riesigen Erfolg von Modern Warfare 2 ausgezahlt. Den Rest hätte man nur bekommen, wenn man bis November 2011 Modern Warfare 3 fertig produziert hätte. Deshalb verlangen Jason West und Vince Zampella stolze 36 Millionen von Activision/Blizzard. Das war aber noch nicht alles, denn die anderen Entwickler und Ex-Angestellten fordern zusätzlich noch 216 Millionen Euro. Eine große Summe, selbst für einen den größten Publisher der Welt.
Außerdem werfen alle den Publisher vor, dass man eine sehr feindselige Atmosphäre im Studio und gegenüber Activision/Blizzard geschaffen habe. Vor allem dazu beigetragen haben geheime Verhöre von Angestellten, die zu Stillschweigen verpflichtet wurden, und Sicherheitspersonal im Studio. Bobby Kotick, Chef von Activision/Blizzard, sei ebenfalls im Studio gewesen und habe den Mitarbeitern die restlichen Bonuszahlungen versprochen. Diese seien aber bis heute nicht ausgezahlt wurden.
Sollten all diese Anklagepunkte stimmen, so wundert es einem nicht, dass es zum großen Krach mit dem weltgrößten Publisher kam.
Quelle:
Kotaku: Prozess Termin
Kotaku: Details der Klageschrift
This post was submitted by Razyl.

Ich will mal nicht hoffen, dass sich die Mitarbeiter da so reinsteigern werden in diesen Prozess, dass sie dadurch die arbeit an den PC Spielen vernachlässigen und die daher verzögert oder wenn nur sehr schlecht herausgebraucht werden.
Ich denke, wir werden alle diesen Prozess als Verbraucher zu spühren bekommen. Entweder von Infinity Ward, wenn sie diese “Schlacht” gewinnen, als super Motivationsschub, was man dann als super Arbeit bei den Spielen merken wird. Oder von Activision/Blizzard, das sie sich noch irgendwelche Besonderheiten für uns überlegen, wie sie noch mehr Geld aus bereits vorhandenen Spielen ziehen können (siehe WoW)
Ich bezweifel mal stark, dass Activision/Blizzard aufgrund des Prozesses irgendwas teurer macht oder sich überlegt wie sie aus vorhandenen Spielen mehr Geld bekommen. Das tun die auch so…
Sollte IW inkl. den Ex-Angestellten den Prozess gewinnen wird es eher heftig für Activision/Blizzards Aktie werden und IW wird wohl dann Erdboden gleichgemacht… Sollte Activision/Blizzard gewinnen, nun ja: Dann bleibt alles beim alten…
Auch wenn ich die spiele von Activision/blizzard richtig gut finde gönne ich es infinity ward richtig.
Als ich mir das so durchgelesen hab, kam mir irgendwie nur ein Gedanke. “Das wird nochmal eine Schlammschlacht geben wo aller Dreck ausgebuddelt wird”.
Wenn das jetzt schon so anfängt, wie wird das Enden…